Finnlands Onshore-Windenergie setzt auf PPAs

Für letztes Jahr verzeichnet Finnlands Windenergiebranche kein einziges realisiertes Projekt. Dafür freut sich die Branche nun über die exzellenten Aussichten.

Finnland gehört mit seinen Ambitionen in der Energie- und Klimapolitik zu den europäischen Vorreitern. Die seit Juni 2019 im Amt befindliche, sozialdemokratisch angeführte Koalitionsregierung des Ministerpräsidenten Antti Rinne will nun nicht erst 2050, sondern bereits 2035 kohlenstoffneutral sein. Bis 2030 sollen die Emissionen bereits 55 Prozent unter das Niveau des Jahres 1990 gefallen sein. Das setzt ein sportliches Maßnahmenpaket voraus: Zwischen 2017 und 2035 muss der Ausstoß von Treibhausgasen durchschnittlich um 4 bis 5 Prozent jährlich fallen, um das 2030-Ziel zu erreichen. Seit 2005 sinken sie allerdings jährlich im Schnitt nur um rund 2 Prozent.

Um selbst nach Zielerreichung 2030 schon fünf Jahre später klimaneutral zu sein, muss die Regierung zusätzlich kreativ werden. Laut Regierungsprogramm soll Finnland so der weltweit erste Staat sein, der auf fossile Energieträger verzichtet, ohne Abstriche an seinem (nordischen) Wohlfahrtsmodell zu machen. Das soll durch eine nahezu emissionsfreie Strom- und Wärmeerzeugung zum Ende der 2030er Jahre erreicht werden. Der Energiesektor steht daher vor einer grundlegenden Transformation, denn der Kohleausstieg bis 2029 ist bereits beschlossene Sache und auch Torf soll als Energieträger weichen.

Investoren in Erneuerbare und insbesondere Windenergie können Ihre Entscheidungen damit auf deutliche regulatorische Zielvorgaben stützen. Die Stromerzeugung aus Windkraft soll laut Regierungsprogramm zulegen, wobei das neue Augenmerk auf Offshore-Projekten liegt. Hier sollen Projekte von einer Grundsteuerbefreiung profitieren. Ein bedeutender konventioneller Konkurrent entsteht aber im Norden des Landes: Das Kernkraftwerk Hanhikivi-1 befindet sich bereits in den Bauvorbereitungen.

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