Finnland liegt bei der Digitalisierung weit vorne

Finnland ist für sein Digitalisierungsniveau weltbekannt und strebt nach einer Spitzenposition in der künstlichen Intelligenz. Der Staat fördert weit mehr als nur den Breitbandausbau.

Die finnische Regierung setzt beim Thema Digitalisierung nicht auf eine umfassende, zentrale Strategie. Sie fokussiert vielmehr auf verschiedene Einzelstrategien und Maßnahmen. Allen voran will die Regierung von Ministerpräsident Juha Sipilä die Digitalisierung der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung, die in punkto Digitalisierung bereits sehr fortschrittlich ist, vorantreiben.

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung spielt bei der geplanten Gesundheits-, Sozial- und Regionalverwaltungsreform im Land eine entscheidende Rolle. Noch sind diese Reformen nicht beschlossen, im April 2019 stehen Parlamentswahlen an. Es ist aber zu erwarten, dass auch eine neue Regierung den Digitalisierungsausbau im Land auf allen Ebenen fortsetzen wird: In Finnland wird allgemein akzeptiert, dass die Digitalisierung ein Grundpfeiler der Wirtschaft und Gesellschaft ist. Insgesamt werden bis 2021 voraussichtlich rund 430 Millionen Euro in die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung investiert.

Um die Digitalisierung der Wirtschaft voranzutreiben, ist das Digital Framework Finland gegründet worden. Beteiligte sind das Ministerium für Wirtschaft und Beschäftigung, die Wirtschaftsförderung Business Finland und das technische Forschungsinstitut Technical Research Centre of Finland (VTT). Das Digital Framework Finland verfolgt das Ziel, die Vorteile von Plattformökonomien auszunutzen und mit digitalen Innovationen neue Spitzenindustrien zu schaffen, die globalen Megatrends folgen. Dafür sollen die weltweit besten Innovations- und Geschäftsrahmenbedingungen geschaffen werden.

Bei Kommunikationsnetzen möchte Finnland bis 2025 weltweit führend sein. Laut der vom Ministerium für Verkehr und Kommunikation veröffentlichten Digital Infrastructure Strategy 2025 werden schrittweise erst das 3,5-GHz-Spektrum und ab Frühjahr 2020 das 26-GHz-Spektrum für das mobile Breitband für 5G-Verbindungen geöffnet. Bis 2025 sollen alle Haushalte Internetverbindungen mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 100 Mbit/s erhalten können. Zusätzlich soll eine Geschwindigkeitserhöhung auf 1 GBit/s möglich werden. Geplant ist außerdem ein neues Datenkabel zwischen dem nordfinnischen Oulu und der Hauptstadt Helsinki.

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